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Zu dritt im Bett

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Ich liebe laute Musik. Was ich höre? Mmmh, da bin ich flexibel, je nach Stimmungslage. Musik kann ja vieles: beruhigen, inspirieren, entspannen, anregen, verbinden, unterstreichen. Es soll ja angeblich sogar ein musikalisch-emotionales Gedächtnis geben. Ich kann das bestätigen, meines funktioniert jedenfalls, wenn auch oft nur in eine Richtung. Ich gebe zu, das ist sicher ein wenig meine Schuld. Denn noch mehr als ich Musik liebe, liebe ich Sex mit Musik, natürlich beides laut.
Bei meinen Lieblingsliedern kann ich nicht an mich halten. Da wandert mir auch schon mal meine Hand zwischen die Beine. Man sieht, ich bin meinem musikalisch-emotionalen Gedächtnis ausgeliefert. So sehr, dass ich einen wirklich guten Pop(p)song auf Anhieb erkenne. Eigentlich habe ich diese Vorliebe bisher nur mit meinen Nachbarn geteilt, letztere eher als unfreiwillige Zuhörer. Letzte Nacht jedoch kam es zu einem erzwungenen, musikalischen Coming out. Schuld daran ist einzig und allein mein iPod. Dieses wirklich winzige Gerät wird von mir regelmäßig mit ins Bett genommen. Wir sind ein eingespieltes Team, der iPod und ich. Gerät an das Top klemmen, Kopfhörer in die Ohren stöpseln, Musik an, Umwelt ausblenden, Film ab.
Letzte Nacht nun hatte ich aufgrund des unverhofften, winterlichen Wetters einen männlichen Schlafgast. Da er tageslichttauglich ist, ich nicht über ein Gästezimmer verfüge und meine Couch sehr unbequem ist, durfte er im Bett schlafen. Unglaubwürdig? Na gut, ich gebe es zu, er ist schon ganz lecker, ich war hoch erfreut über die vereisten Straßen und meine Couch ist eigentlich bequem…
Trotz Mann im Bett, von meinem iPod wollte ich dennoch nicht lassen. Also Stöpsel rein, unter die Decke gekrabbelt, entspannen. Erstaunlicherweise war auch mein Bettgefährte dem technologischen Zeitalter verfallen. Handy raus, Film ab und entspannen. Unser persönliches Nachtprogramm wurde begleitet von monotonem, jugendfreiem Kraulen bedeckter Körperteile mit den Fingerspitzen.
Das Szenario war genau bis zu dem Moment harmlos, in dem mein musikalisch-emotionales Gedächtnis ansprang. Und wie es ansprang… als Ursache konnte ich eindeutig eines meiner Lieblingslieder identifizieren. Für gewöhnlich liege ich dabei allein in meinem Bett und es ist meine Hand die mir emotionale Eskapaden beschert. Seine Hand die eben noch harmlos die Schulter, Schlüsselbein und Arm kraulte, war auf dem Weg zu meinen Brüsten. Gespannt hielt ich den Atem an und kniff die Augen zu, während mir der Bass in den Ohren dröhnte. Keiner von uns beiden sprach ein Wort, kein Blick in die Richtung des anderen. Zu jeder Bewegung fehlte mir die Geräuschkulisse. Kein Knistern der Bettdecke, kein Atemgeräusch, kein unterdrücktes Stöhnen, nur Musik in meinen Ohren.
Es war mir praktisch unmöglich das was folgen würde zu „erhören“. Als er mir fest über die Brust strich war meine Zurückhaltung vergessen. Davon wollte ich unbedingt mehr. Ich rutschte ein Stück weiter in seine Richtung und legte meine Hand auf seinen Brustkorb. Das was nun folgte hätte jeden Synchronschwimmer vor Neid erblassen lassen. Simultan strichen wir uns über den Bauch, spielten mit dem Wäschebund des anderen, schlüpften vorsichtig tastend unter das Stück Stoff. Wenn seine Hand die Richtung änderte, tat es auch die meine. Wurden sein Fingerspiel leidenschaftlicher, wurde auch ich forscher. Berührte er mich fester, packte auch ich herzhafter zu. Änderte er das Tempo, passte ich mich an. Noch immer fehlten mir sämtliche Umgebungsgeräusche. Ich hörte nicht einmal mich selbst. Ich hatte nur das Dröhnen des Basses im Ohr.
Inzwischen war ich klatschnass. Meine Haut prickelte bei jeder seiner Berührungen und ich wand mich unter seiner Hand. Als er sich über mich beugte, fiel mir der linke Ohrstöpsel heraus und plötzlich war der ganze Raum voller Leben. Das Bett knarrte unter unserem Gewicht. Ich hörte sein erregtes Stöhnen, mein heftiges Atmen. Die Bettdecke raschelte mit jeder Bewegung. Hände überall, ein heftiger Kuss, Körper rieben aneinander. Sein Schwanz in mir. Harte, schnelle Stöße. Noch mehr Leben im Raum. Nur noch Stöhnen, sich Winden und Wälzen, ineinander Krallen und gar keine Musik mehr im Ohr.