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Noch ein letztes Mal die E-Mails abrufen – Teil 1

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Noch ein letztes Mail die E-Mails abrufen, dann machte er sich auf den Weg in den Feierabend. Endlich Freitag, durchatmen, Wochenende. Zu Hause angekommen, ging er in Gedanken versunken die Stufen zu seiner Wohnung hinauf, kramte in seiner Tasche nach dem Wohnungsschlüssel und öffnete die Tür. Auf dem Couchtisch stapelte sich bereits die Post und obenauf lag er, der schlichte braune Umschlag, welchen er seit dem er ihn bekommen hatte, jeden Abend in den Händen hielt und wendete. Wie die Abende zuvor, hielt er ihn an seine Nase, schloss die Augen und sog seinen Duft ein. Unverkennbar, ein Hauch von Vanille und Ylang-Ylang. Nach kurzem Zögern legte er ihn ungeöffnet wieder zur Seite.
Mit lautem Blubbern machte sich der Wasserkocher bemerkbar, bevor er sich automatisch abschaltete. Er goss das heiße Wasser in die Tasse und rührte bis sich das Pulver gelöst hatte. Beim ersten Schluck verbrannte er sich fast den Mund, so heiß war der Kaffee noch. Er konnte sogar spüren, wie er die Kehle hinab ran und angenehme Wärme in seinem Bauch verbreitete. Er nahm, diesmal vorsichtiger, einen zweiten Schluck und ließ sich in den Sessel fallen. Auf der Suche nach der Fernbedienung wanderten seine Hände unter die Tageszeitungen der letzten Tage, streiften ein Magazin und hoben ein Buch an, bevor er sie in seinen Fingern hielt. Mit einem hellen Aufflackern tanzten bunte Bilder zu der aktuellsten Musik über den Fernseher. Ein kurzer Blick auf die Uhr, beste Zeit um bei seinem Lieblingslieferanten etwas zum Essen zu bestellen. Die Nummer kannte er bereits auswendig, so dass er sich nicht noch ein weiteres Mal durch den Papierstapel auf dem Tisch wühlen musste. Pizza mit Tomaten, Mozzarella und Oregano. Nichts Ausgefallens, aber schmackhaft.
Um die Wartezeit zu nutzen, ging er unter die Dusche. Das warme Wasser prasselte ihm rhythmisch ins Gesicht, während er sich mit den Händen über die geschlossenen Augen fuhr. Er atmete den feuchten Dampf ein und seine Hände tasteten nach dem Duschbad. Mit den Zehen wippte er im Takt der Musik, während er sich einseifte. Es wirkte regelrecht geordnet, zuerst die Arme und den Hals, dann der Oberkörper, Bauch und Po. Anschließend das linke und das rechte Bein und auf dem Rückweg ein reinigender Griff zwischen die Beine und über den Bauch zurück zum Hals. Er drehte das Wasser ab und trat aus der Dusche. Das Wasser lief an ihm in kleinen Rinnsalen zum Boden während er mit sich mit dem Handtuch mehr Sicht im Spiegel verschaffte. Mit prüfendem Blick in sein Gesicht beugte er sich über das Waschbecken nahe an den Spiegel. Er zuckte kurz zusammen, als die kalte Keramik seinen Oberschenkel streifte. Er beschloss auf eine Rasur zu verzichten, während er, sein Kinn in den Händen, den Kopf hin und her drehte.
Mit dem Handtuch um die Hüften und verstrubelten Haaren ging er barfuß zurück ins Wohnzimmer und nahm noch einen Schluck Kaffee. Als er bereits auf der Couch saß, bemerkte er den braunen Umschlag zu seinen Füssen. Er musste ihn wohl im Vorbeigehen mit dem Handtuch vom Tisch gefegt haben. Zögernd hob er ihn auf und wollte ihn zurück auf den Tisch legen, hielt aber inmitten der Bewegung inne und holte tief Luft. Noch ein Schluck Kaffee. Den Brief in den Händen lies er den Kopf auf die Rückenlehne der Couch sinken und schloss die Augen. Seit Tagen versuchte er sein Interesse auf den Inhalt des unscheinbaren Umschlages zu ignorieren. Aber der leichte Duft den dieser ausströmte, ließ ihn den Absender bereits erahnen, als er ihn Anfang der Woche aus dem Briefkasten genommen hatte. Das machte es nicht besser. Und während er so da lag, entspannt von der heißen Dusche und angeregt vom Kaffee, siegte die Neugier. Obwohl er sich einredete, dass es überhaupt keinen Grund zur Aufregung gab, konnte er nicht verhindern, dass er nervös am Umschlag nestelte, bevor er ihn endlich geöffnet bekam.
In seinem Schoss landete eine Plastikkarte, schnödes Weiß mit schwarzen Lettern und ein Foto, auf dessen Rückseite das aktuelle Datum und eine Uhrzeit vermerkt waren. Noch zwei Stunden stellte er fest, sein Atem ging flacher. Langsam dreht er die Fotografie in seinen Händen um. Es bereitete ihm Mühe den Blick von dem zu Lösen was sich ihm darbot. Als sein Kopf zurück in das Polster der Couch sank, schloss er die Augen. Ein kläglicher Versuch sich von dem Gesehenen zu lösen, es war zu spät. Das Bild hatte sich bereits in seinen Gedanken eingebrannt und tauchte immer wieder aus dem Dunkel auf. Es konnte fühlen wie sein Mund trocken und sein Herzschlag schneller. Das Blut in seinen Adern rauschte.