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Marias Versuchung

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Maria ist frustriert. Der Groll und ihre eigene Unzufriedenheit treiben sie aus dem Bett. Während sie sich im Bad die Hände wäscht, sieht sie auf ihr Spiegelbild. Müde sieht sie aus, müde vom langen Abend in geselliger Runde, nur mit einer Spur zu viel Bitterkeit um die Mundwinkel.
Zumeist hilft gegen diesen Zustand ein Glas von dem rauchigen Whiskey. Die Flasche steht auf der Anrichte in der Küche und ist fast leer. Barfuß steht sie auf dem kalten Fliesenboden und spürt wie eine Gänsehaut ihr die Waden hoch kriecht. Der erste Schluck ist wie der erste Zug an einer frisch angezündeten Zigarette, es ist der Beste. Zerknirscht lässt sie sich auf den Sessel im Wohnzimmer fallen und während sie darüber sinniert, warum sie eigentlich jemals das Rauchen aufgegeben hat, kündigt der Laptop seine Betriebsbereitschaft an. Um diese nächtliche Uhrzeit ist selbst in den Internetforen nicht mehr viel los.
Das Internet als Zeittotschläger und Gedankenverdränger. Sie muss nur abwarten, bis der brennende Geschmack des Alkohols einer wohlig, weichen Schläfrigkeit weicht, dann wird sie wieder in ihr Bett gehen. Sich an die Seite ihres Mannes legen, die Augen schließen und hoffen all die aufwallende Sehnsüchte im Keim erstickt zu haben.
Während ihre Finger über die Tastatur huschen, versinkt sie immer wieder in ihren Gedanken. Hätte ihr Mann sie heute Abend doch nur einmal so intensiv betrachtet, wie sein Geschäftspartner es seit mehr als einem halben Jahr tat. Es fing mit kleinen Aufmerksamkeiten und harmlosen Flirts unter Erwachsenen an. Inzwischen war es wie eine Droge. Schlimmer noch. Es war ein stilles Abkommen.
Und in genau dieser stillen Übereinkunft hatte sie heute Abend mit den Waffen einer Frau gespielt und war sich nicht sicher, ob sie die Runde gewonnen hatte. Gab es überhaupt Gewinner?
Dem Anlass entsprechen hatten sie sich herausgeputzt, Maria, ihr Mann und der Geschäftspartner. Die Herren trugen Anzug und die Damen Abendgarderobe. Maria entschied für einen schmalen, schwarzen, knieumspielenden Rock. Dazu trug sie ihre kurzärmelige schwarze Seidenbluse mit den drei Perlmuttknöpfen am Dekolleté. Gekrönt wurde ihr Outfit jedoch durch ein schmales Taillenkorsett aus edel schimmerndem, dunklem Stoff mit perlmuttfarbenen Paspeln.
Es formte ihre üppigen Rundungen aufs Vortrefflichste und betonte die schmale Taille. Aufmerksame Betrachter gerieten bei ihrem Anblick leicht in Versuchung den Paspeln mit den Fingern zu folgen, die schmale Taille mit den Händen zu umfassen und sich mit dem Blick auf den wohlgeformten Hüften zu verlieren. So auch der Geschäftspartner ihres Mannes. Seine Aufmerksamkeit galt ihr den ganzen Abend, uneingeschränkt.
Während ihr Mann dem Smalltalk mit anderen Gästen verfallen war, zog sein Geschäftspartner sie mit seinen Blicken aus. Blick für Blick entblätterte er sie mehr und mehr, hielt sie mit dem Begehren in seinen dunklen Augen gefangen und traf sie damit an ihrer empfindlichsten Stelle. Die Intensität seines Blicks ließ längst vergessene Hitze in ihr aufsteigen. Sie wurde von einer Flut an Sehnsüchten überrannt. Sie war versucht dem Blick nach zugeben, mehr als eine flüchtige Berührung zu suchen. Sie wollte den Geruch seines After Shaves inhalieren, mit den ihren Fingern in sein dichtes Haar greifen und ihn auf seine Lippen küssen.
Aber sie tat nichts dergleichen. Später daheim tat sich leider auch nichts dergleichen. Ihr Mann sah die leichte Röte ihrer Wangen nicht. Auch bemerkte er ihre zaghafte Annäherung nicht. Die Feuchte ihres Schoßes blieb ihm verborgen. Was ihr blieb war das schmerzhafte Gefühl von Sehnsucht in der Brust, das ungestillte Verlangen in ihrem Unterleib, die Erinnerung an den Blick des Geschäftspartners und die Frage, ob ihr Mann sie, die FRAU an seiner Seite, eigentlich noch wahrnimmt.
Das Glas in Marias Hand ist leer. Mit einem langen Zug erhascht sie die letzten Tropfen. Wohlige Wärme umfängt sie.